Bréhat ist eigentlich keine Insel, sondern ein Archipel aus rosa Granit – und bei Ebbe wachsen die Felsen zu einer Landschaft zusammen, die aussieht, als hätte jemand die Provence in den Ärmelkanal verlegt. Palmen neben Leuchttürmen, Mimosen neben Gezeitentümpeln. Und das alles zehn Fährminuten vom Festland.
Île de Bréhat auf einen Blick
- Fähre: ab Pointe de l'Arcouest (bei Paimpol), 10 Min., ganzjährig täglich
- Betreiber: Vedettes de Bréhat
- Preis: Hin & zurück ab ca. 12 € (Kinder ab ca. 10 €)
- Extra: 45-Min.-Inselrundfahrt per Boot ab ca. 18 €
- Größe: ca. 3,5 km lang
- Vor Ort: autofrei – alles zu Fuß
Die Überfahrt ab der Pointe de l'Arcouest
Der Anleger liegt in Ploubazlanec, ein paar Kilometer nördlich von Paimpol – die Straße endet buchstäblich am Meer, dahinter liegt schon der rosafarbene Archipel. Die Vedettes de Bréhat pendeln ganzjährig, im Sommer im dichten Takt. Zehn Minuten später stehst du am Hafen Port-Clos. Wer mehr sehen will, nimmt die Variante mit 45-minütiger Inselumrundung per Boot und geht danach an Land.
Zwei Dinge solltest du wissen: Im Juli und August sind die Boote und die Parkplätze an der Pointe früh voll – online reservieren und vormittags kommen. Und die Fahrradmitnahme (ca. 18 € hin und zurück) lohnt kaum, denn Radfahren ist auf der Insel in der Hochsaison tagsüber stark eingeschränkt. Bréhat ist zum Laufen gemacht.
Bleib bis zum frühen Abend. Wenn die Tagesboote die Masse zurückbringen, gehört dir die Insel – und der rosa Granit glüht im tiefen Licht, als hätte ihn jemand angeknipst. Die letzte Fähre fährt spät genug für genau diesen Moment.
Was dich auf Bréhat erwartet
Der Golfstrom macht hier das Wetter: Auf Bréhat gedeihen Mimosen, Agapanthus, Feigen und Palmen – deshalb „Insel der Blumen". Gelaufen wird auf schmalen Wegen zwischen Steinmauern und Gärten, vorbei an der Kapelle St-Michel auf dem Hügel (der beste Rundblick der Insel) bis zum Leuchtturm Paon an der wilden Nordspitze, wo der Granit in Rosa und Ocker ins Meer fällt.
Sehenswert ist auch die Glasbläserei in der alten Zitadelle im Süden – Kunsthandwerk statt Kaserne. Dazwischen: kleine Buchten für die Badepause, Crêperien am Bourg und dieses Gefühl, dass hier seit hundert Jahren niemand aufs Gaspedal getreten hat. Weil es keins gibt.